Konto überzogen: Wie kommt man günstig raus?
Urlaub, neue Möbel, eine Reparatur des Autos: Sie müssen sich entscheiden: Das Konto überziehen und Dispo-Gebühren zahlen? Oder doch besser einen Kredit beantragen?
Top-Ten-Tipps: Günstige Kreditaufnahme
Gerade bei ungeplanten Ausgaben: Wer nichts zurückgelegt hat, rutscht schnell mit seinem Girokonto ins Minus. Wie Verbraucher ihre privaten Finanzen am schnellsten wieder ins Reine bringen, hängt von einer Reihe Faktoren ab. Je nach konkreter Situation empfehlen Finanzierungsexperten eine andere Strategie.
Die entscheidende Frage ist zunächst, wie lange der Verbraucher den Kredit braucht. Geht es um einen kleineren Betrag von einigen 100 Euro, den Verbraucher in der Regel mit zwei bis drei Monatsgehältern wieder abbezahlt haben, ist der Dispokredit die günstigste Variante. Die Zinsen liegen mit einem aktuellen Durchschnittswert von 12,17 Prozent laut der Frankfurter Finanzberatung FMH vergleichsweise hoch. Vor allem die großen Geldinstitute langen oft mit über 14 Prozent kräftig zu.
Abrufkredite
Dennoch hat der Dispokredit einige wichtige Vorteile. Jeder positive Eingang auf dem Girokonto mindert sofort den Kredit, da die Dispozinsen pro Tag abgerechnet werden. Zudem müssen Verbraucher sich nicht aktiv um den kurzfristigen Kredit bemühen, meist räumen die Banken eine gewisse Summe automatisch ein. Nachteil: Die Verbraucher müssen Disziplin aufweisen, um den Dispo tatsächlich schnell abzubezahlen. Sobald der Dispo zur Gewohnheit wird, fahren Kreditnehmer deutlich günstiger mit sogenannten Abrufkrediten.
Die günstigsten Abrufkredite gibt es bereits ab sechs Prozent. Bei dem auch Rahmenkredit genannten Darlehen vereinbart der Bankkunde mit seinem Institut einen Maximalbetrag und ruft daraus die Summe ab, die er tatsächlich benötigt. Und auch nur für den in Anspruch genommenen Betrag fallen Zinsen an. Für die Rückzahlung wird eine Mindestsumme vereinbart. Danach kann der Verbraucher flexibel jederzeit Teile oder den Gesamtkredit tilgen.
Der erste Schritt in Richtung Dauerschulden
Was zunächst attraktiv klingt, hat aber auch einige Haken. Rahmenkredite fangen erst ab einer gewissen Höhe an - meist 2000 Euro. Das verlockt dazu, ein höheres Darlehen als benötigt aufzunehmen. Dies ist häufig der erste Schritt in Richtung Dauerschulden. Zudem verlangen einige Institute Bearbeitungsgebühren und nicht alle bieten dieses Darlehen an. Weiterer Nachteil von Abrufkrediten: Auch hier gibt es wie beim Dispo-Darlehen keine Pflicht für eine fixe monatliche Rate. Und der Rückzahlzins hängt vom Marktniveau ab und kann mit der Zeit teurer werden.
Wer seinen Dispo-Kredit häufig nutzt und Probleme hat, sich selbst zu disziplinieren, sollte daher einen Ratenkredit vorziehen. Dabei werden von Anfang der Zeitraum, die fixe monatliche Rate und der feste Zins verbindlich vereinbart. Der Verbraucher kann also genau planen, wann der Kredit wieder abgezahlt ist. Diese Darlehensform ist am transparentesten.
Verbraucher zahlen Risikoaufschläge
Günstige Ratenkredite gibt es bereits ab fünf Prozent. Dennoch sollte Verbrauchern klar sein, dass den niedrigen Zins aus den Werbeprospekten meist nur der Musterkunde mit festem Job und ohne Schufa-Eintrag bekommt. Alle anderen zahlen Risikoaufschläge. Ratenkredite gibt es erst ab einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten.
Extrem skeptisch sind Verbraucherschützer gegenüber Lockangeboten für Kredite ohne Schufa-Abfrage und für Bankkunden ohne festes Einkommen. In der Regel komme das Darlehen bei solchen Offerten nicht zu Stande und die Berater versuchen den Verbrauchern in der Not Sparverträge und Versicherungen zu verkaufen, um Provisionen einzustreichen. Das haben Stichproben der Verbraucherzentralen ergeben.
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